In Hamburg heißt Winterschutz oft: nachts rein, morgens raus. Auch bei Frost, Schnee und nasser Kälte. Eine Wetterampel entscheidet, ob Menschen bleiben dürfen oder weiterziehen müssen. Orange heißt: ein paar Stunden Schutz, dann wieder Straße. Verwaltung statt Vertrauen.
Was das bedeutet, sieht man tagsüber: Menschen, die sich durch die Stadt treiben lassen, in U-Bahnen sitzen, warten. Tagesaufenthalte sind rar, überfüllt oder geschlossen. Ruhe gibt es kaum. Wer krank ist, gilt als Härtefall. Alle anderen sollen funktionieren.
Dabei ist Winter mehr als eine Zahl auf dem Thermometer. Nässe, Wind und Erschöpfung machen krank – auch am Tag. Wer sich nicht ausruhen kann, baut ab. Körperlich. Psychisch.
Andere Städte zeigen, dass es auch anders geht. Hannover und Bremen halten Unterkünfte bei Kälte durchgehend offen. Ohne Ampel. Ohne tägliches Hin und Her. Einfach, weil Schutz Schutz ist.
Hamburg warnt vor „Sogwirkung“. Als würden Menschen im Schlafsack Städte vergleichen. Als wäre ein warmer Raum tagsüber ein Anreiz statt eine Notwendigkeit.
Was fehlt, ist ein Ort zum Bleiben. Zum Durchatmen. Zum Stillstehen. Wer Menschen ständig in Bewegung hält, nimmt ihnen Würde.
Winterschutz sollte Leben schützen.
Nicht Zeitfenster verwalten.
👉 Einen ausführlichen Artikel dazu findet ihr in der taz.
Infos über das Hilfesystem in Hannover bekommt Ihr hier: www.stidu.net/hilfe