Wer mit 18, 19 oder 20 Jahren seine Wohnung verliert, fällt schnell durch das Raster. Für die Jugendhilfe ist man häufig schon zu alt, die vorhandenen Angebote der Wohnungslosenhilfe passen aber nicht immer zu den Bedürfnissen junger Menschen.
Mit dem Projekt „@home“ möchte die Stadt Hannover diese Lücke schließen. Das geplante Angebot richtet sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren, die wohnungslos sind oder denen der Verlust ihrer Wohnung droht. Dazu gehören beispielsweise junge Menschen nach dem Ende der Jugendhilfe, Geflüchtete oder Betroffene, die wegen familiärer Konflikte, finanzieller Schwierigkeiten oder psychischer Belastungen keinen sicheren Wohnort mehr haben.
Vorgesehen sind drei kurzfristig nutzbare Notschlafplätze und 15 Plätze in einem geschützten Wohnangebot. Die jungen Erwachsenen sollen dort nicht nur ein Dach über dem Kopf erhalten, sondern auch sozialpädagogisch begleitet werden. Gemeinsam sollen Perspektiven für Ausbildung, Arbeit und eine eigene Wohnung entwickelt werden.
Das Projekt orientiert sich am Housing-First-Gedanken: Ein sicherer Wohnort ist nicht das Ergebnis einer erfolgreichen Hilfe – er ist deren Ausgangspunkt.
Der Sozialausschuss der Stadt Hannover hat dem Projekt am 21. September 2026 einstimmig zugestimmt. Die Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt weiterer politischer Beschlüsse und der gesicherten Finanzierung.
StiDU begrüßt den Ansatz. Gerade bei jungen Menschen muss Unterstützung frühzeitig beginnen. Denn aus vorübergehendem „Couchhopping“ darf keine dauerhafte Wohnungslosigkeit werden.
Weitere Informationen:
Beschlussdrucksache 1318/2026 der Stadt Hannover